Digitalisierung

    iBALIS & FIONA-Daten importieren: Schritt für Schritt in die digitale Schlagkartei

    So exportieren Sie Ihre Flächen aus iBALIS (Bayern), FIONA (Baden-Württemberg) & Co. und übernehmen sie ohne Datenverlust in eine digitale Schlagkartei.

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    9 Min.Lesezeit
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    Wer von Excel oder einer alten Schlagkartei auf eine moderne Hofsoftware umsteigt, will vor allem eines nicht: alle Flächen von Hand neu anlegen. Die gute Nachricht: Die Bundesländer stellen Ihre Antragsdaten in Standardformaten bereit. Aus iBALIS (Bayern), FIONA (Baden-Württemberg), ELAN (NRW), ANDI (Niedersachsen) und den Portalen der übrigen Länder lassen sich Flächen, Nutzungen und Geometrien exportieren und in eine digitale Schlagkartei einlesen – oft in unter 30 Minuten.

    Diese Anleitung zeigt Schritt für Schritt, welche Datei-Formate Sie exportieren, worauf Sie beim Import achten und welche Fehler in der Praxis am häufigsten passieren.

    01Welche Daten stehen zur Verfügung?

    Die Antragsportale der Länder speichern deutlich mehr als nur die Flächengrößen. Wer den vollständigen Export nutzt, spart sich Doppelerfassung in der Schlagkartei.

    DatenartFormatDirekt importierbar?
    FLIK-Nummern & FlächengrößeCSV / XML (GSAA)Ja – 1:1 in die Schlagkartei
    FlächengeometrienShapefile (.shp/.dbf/.shx/.prj), GeoPackage, GeoJSONJa – als Kartenlayer
    Nutzcodes (Kulturen)CSV mit CodelisteJa – Mapping auf interne Kulturen nötig
    Landschaftselemente (LE)Shapefile / XMLJa – als Zusatzlayer
    Vorjahres-NutzungCSV (Historie)Optional für Fruchtfolge-Startwert
    Pacht-/EigentumsstatusCSVJa – als Attribut je Schlag

    02iBALIS (Bayern) – Export in 5 Klicks

    1. In iBALIS anmelden (BayernPortal-Zugang mit BiD-Nummer und Passwort).
    2. Menüpunkt „Feldstücke" → „Feldstücksliste" öffnen.
    3. Filter auf das aktuelle Antragsjahr setzen, „Alle Feldstücke" markieren.
    4. Über „Export" das gewünschte Format wählen: Shapefile für Geometrien, CSV für die Attributtabelle.
    5. ZIP-Archiv herunterladen und entpacken – Sie erhalten .shp/.dbf/.shx/.prj sowie eine CSV mit FLIK, Nutzung, Fläche.

    03FIONA (Baden-Württemberg) – Export der Flurstücksliste

    1. In FIONA einloggen (Zugangsdaten vom Landwirtschaftsamt).
    2. Reiter „Flächenverzeichnis" → „Übersicht Flurstücke" öffnen.
    3. „Herunterladen" wählen: FIONA bietet CSV (Flurstücksdaten) und Shape (Geometrien) getrennt an – beide Dateien laden.
    4. Für die Nutzcodes zusätzlich unter „Nutzungsnachweis" den XML-/CSV-Export ziehen; dort steht der Nutzcode je Schlag.
    5. Alle Dateien in einem Ordner ablegen und beim Import in die Schlagkartei gemeinsam auswählen.

    04Andere Bundesländer – die wichtigsten Portale

    BundeslandPortalExport-Menü
    Nordrhein-WestfalenELAN NRW„Feldblock- und Schlagverzeichnis" → Shape/CSV
    Niedersachsen / BremenANDI„Flächenverzeichnis" → Shape + GSAA-XML
    HessenAgrarportal Hessen„Flächen" → Shape + CSV
    Rheinland-PfalzELAN-RP„Flächenverzeichnis" → Shape + CSV
    SachsenDIANAweb„Karte" → Shape/GeoPackage-Export
    Sachsen-Anhaltprofil inet„Flächenverzeichnis" → Shape/CSV
    ThüringenAgrarantrag Thüringen„Flächenverzeichnis" → Shape/CSV
    Brandenburg / Berlinagrarantrag-bb„Feldblock/Schlag" → Shape/CSV
    Mecklenburg-VorpommernAgrarantrag M-V„Flächen" → Shape + XML
    Schleswig-Holstein / HamburgPIA / SH-Agrarantrag„Flächenverzeichnis" → Shape/CSV
    SaarlandAgrarantrag Saarland„Flächen" → Shape/CSV

    Alle Länder-Portale halten sich an die GSAA-Datenstruktur der EU (Geospatial Aid Application). Wenn Ihre Schlagkartei GSAA-XML lesen kann, funktioniert der Import überall gleich – unabhängig vom Bundesland.

    05Import in die digitale Schlagkartei – so gehen Sie vor

    1. Alle Export-Dateien (Shape-Set + CSVs + ggf. XML) in einen Ordner legen.
    2. In der Schlagkartei den Menüpunkt „Flächen importieren" (oder „Datenimport“) öffnen.
    3. Import-Quelle wählen: „iBALIS/FIONA/GSAA-Export" – die Software erkennt das Format automatisch.
    4. Kulturen-Mapping prüfen: die Länder-Nutzcodes werden auf die internen Kulturen gemappt. Auffällige Codes (z. B. Zwischenfrüchte, ÖR-Flächen) einmal manuell zuordnen – die Zuordnung wird für spätere Importe gespeichert.
    5. Vorschau der Karte prüfen: Liegen alle Schläge korrekt? Fehlt eine Fläche, ist meist die .prj-Datei (Projektion) nicht mit exportiert.
    6. Import bestätigen. Die Schläge sind ab sofort mit FLIK, Fläche, Geometrie und Nutzung angelegt.

    06Typische Stolperfallen aus der Praxis

    • Shape ohne .prj-Datei: Flächen erscheinen an falscher Stelle auf der Karte. Lösung: Beim Export „Alle Dateien" auswählen, nicht nur .shp.
    • Zeichencodierung: Umlaute im FLIK-Kommentar werden als „?" angezeigt. Lösung: CSV mit UTF-8 oder Windows-1252 explizit einlesen.
    • Doppelte FLIK-Nummern nach Teilung: Nach einer Flurstücksteilung tauchen zwei Schläge mit gleichem FLIK auf. Lösung: Antragsjahr im Filter setzen, damit nur der aktuelle Stand exportiert wird.
    • Landschaftselemente nicht mitgezogen: LE liegen in einer eigenen Shape-Datei. Lösung: In iBALIS/FIONA separat den LE-Export starten.
    • Import läuft, aber Fruchtfolge fehlt: Historie wird in einer zweiten Datei geliefert und muss extra importiert werden.

    07Datenschutz und Datenhoheit beim Import

    Antragsdaten sind personenbezogen (Betriebsinhaber, BiD/BNR-ZD) und schützenswert. Achten Sie darauf, dass Ihre Schlagkartei die Dateien verschlüsselt überträgt (TLS), in einem EU-Rechenzentrum speichert und jederzeit einen vollständigen Rück-Export erlaubt. Nur so bleiben Sie beim Anbieter Herr Ihrer Flächendaten – und können notfalls verlustfrei wieder wechseln.

    08Fazit

    Der Import aus iBALIS, FIONA und den anderen Länder-Portalen ist kein Hexenwerk – wenn man weiß, welche Dateien man exportieren muss und wie die Nutzcodes gemappt werden. Wer die Anleitung einmal durchgeht, spart je nach Betriebsgröße einen halben bis ganzen Arbeitstag Neuanlage und behält gleichzeitig FLIKs, Geometrien und Historie fehlerfrei bei.

    Häufige Fragen

    Kann ich iBALIS-Daten direkt in eine digitale Schlagkartei importieren?
    Ja. iBALIS bietet Shape- und CSV-Exporte an, die jede GSAA-fähige Schlagkartei einlesen kann. Der Import umfasst FLIK-Nummern, Flächengröße, Geometrie und Nutzcodes – Handarbeit entfällt.
    Welche Datei-Formate stellt FIONA bereit?
    FIONA liefert Flurstücke als CSV (Attribute) und Shapefile (Geometrie) sowie den Nutzungsnachweis als XML/CSV. Alle drei zusammen ergeben einen vollständigen Datensatz für die neue Schlagkartei.
    Wann ist der beste Zeitpunkt für den Datenexport?
    Nach der Antragsabgabe im Sommer. Dann ist der Datenstand endgültig, alle FLIKs sind bestätigt und die Nutzcodes vollständig gepflegt.
    Was passiert mit Landschaftselementen und Fruchtfolge-Historie?
    Landschaftselemente und Historie liegen in separaten Dateien. Sie werden zusammen mit dem Haupt-Export heruntergeladen und beim Import als eigene Layer bzw. Zusatzattribute übernommen.
    Muss ich den Import jedes Jahr neu machen?
    Ein jährlicher Re-Import nach Antragsstellung ist empfehlenswert. So sind neue Flächen, geänderte FLIKs oder gekündigte Pachten in der Schlagkartei automatisch auf aktuellem Stand.

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